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Herr Dieter Siewerten, Vorsitzender der FH, Freie Heilpraktiker e.V. bezieht klare Stellung zu dem neuen Studium für Heilpraktiker.
Der BDHN e.V. unterstützt 100 %ig die Ausführungen in seinem Artikel.
Eine Frage der Berufs-Ethik:
Werbung eines Heilpraktiker-Bundesverbandes (UDH) für universitäre Studiengänge komplementärer Medizin
Wir könnten es uns einfach machen:
Eine private Hochschule (Steinbeis Hochschule Berlin), bisher auf wirtschaftliche Studiengänge ausgerichtet, bietet einen Bachelor-Studiengang für komplementäre Medizin für Abiturienten und Heilpraktiker mit 4jähriger Berufserfahrung an.
Dafür wird ein eigenes Institut gegründet: Das INCOM (Institute of Complementary Medicine). Einer der beiden Institutsgründer ist Inhaber einer Heilpraktikerschule in Bayern. Diese Schule wiederum ist Verbandsschule
des Heilpraktikerverbandes UDH MV (Landesverband Meckenburg-Vorpommern der UDH, 1. Vorsitzender:
Der Gründer des Instituts und Inhaber der Schule in Bayern).
Aus einer scheinbar objektiven Pressemeldung des UDH-Bundesverbandes wird so bei näherem Hinschauen eine Werbemeldung für eine eigene Ausbildung.
Ehrlich wäre gewesen zu melden: UDH gründet Hochschul-Institut und führt die akademische Ausbildung für Heilpraktiker ein. Ein Schelm, wer zusätzlich noch dahinter finanzielle Gründe vermutet.
Dahinter steht aber mehr:
Zitat aus der UDH-Meldung: "Den Berufstand des Heilpraktikers nachhaltig, unter Einbeziehung der sich entwickelnden Akademisierung der Gesundheitsberufe zu festigen, ist das Ziel der Institutsgründer."
Eine Akademisierung der Gesundheitsberufe findet aber im Gegensatz zu dieser Behauptung bei den Heilpraktikern aufgrund ihrer spezifischen und nur in Deutschland geltenden Berufszulassung nicht statt. Würde
sie stattfinden, stände die Heilpraktiker-Erlaubniserteilung zur Ausübung der Heilkunde zur Disposition. Damit würde der Überführung des Heilpraktikers in den Arztbereich Tür und Tor geöffnet.
Diese Meldung kann auch vor einem weiteren Hintergrund gesehen werden:
Der größte Landesverband der UDH, der BDHN e.V. in Bayern, hat den Bundesverband vor einigen Monaten verlassen. Wie wir aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle erfahren haben, spielte auch die fortgesetzte
Auseinandersetzung um solche politischen Tendenzen eine nicht unwesentliche Rolle bei der Entscheidung des BDHN, die bis dahin gemeinsame UDH zu verlassen.
Wir wiederum haben das Zusammenarbeitsbündnis einer ehem. DDH aufkündigen müssen, nicht zuletzt auch wegen der nicht mehr vorhandenen Gemeinsamkeit und Zusammenarbeit in diesen Fragen.
Zusammenarbeit richtet sich immer zunächst an inhaltlichen Positionen aus und in diesem Sinne arbeiten wir selbstverständlich auch weiterhin mit den Heilpraktiker-Verbänden zusammen, die sich an der Berufsgrundlage
des Heilpraktikergesetzes orientieren.
Wir wollen aber keine Entwicklung, in der es eines Tages nicht mehr heißt
Fred Mustermann, Heilpraktiker sondern
Fred Mustermann, BSc of complementary Medicine (HP).
Lieber UDH-Bundesverband:
Wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, daß ihnen mit dem BDHN e.V. die volksheilkundliche Seele abhanden gekommen ist. Wir rufen Sie auf, sich wieder der Volksheilkunde und den Berufsgrundlagen der Heilpraktiker zuzuwenden und die Universitätsmedizin dem Original zu überlassen, den Ärzten.
Dieter Siewertsen, Vorsitzender Freie Heilpraktiker e.V.